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Samstag, 16. April 2016

Reverse engineering: (Burdastyle 3/2016 #104)


Es geht um das Blusenshirt aus der März Burda. Ein einfacher Schnitt dessen besonderer Blickfang eine aufspringende Kellerfalte im Rücken ist.
Hier zwei hübsche Beispiele von nach dem Muster genähten Versionen, die mir besonders ins Auge gefallen sind.
http://natuerlichkreativ.blogspot.de/2016/04/mmm-mit-burda-bluseshirt.html
http://www.burdastyle.de/fruehling-da-bist-du-ja-_crid_37025.html

Ich selbst habe mir auch schon 2 Versionen nach dem Schnitt genäht. Mit der Passform meiner ersten Version bin ich aus verschiedenen Gründen nicht ganz zufrieden. Unter anderem stellte ich fest, dass die Bluse an mir vorne hochzieht bzw. nach hinten über die Schulter wegrutscht. Ein Grund dass das passiert, ist wohl die Tatsache dass ich den Aussschnitt beim Nähen gedehnt habe und er letztlich viel weiter geworden ist als nach Schnittmuster vorgesehen. Aber ist das der alleinige Grund? Bei den anderen Versionen die nachgenäht wurden ist mir die Tendenz mit dem Verrutschen auch aufgefallen und z.B. Andrea von natürlich kreativ berichtet ebenfalls davon, wobei auch sie allerdings vermutet es liegt am weiten Ausschnitt.

Was denn nun?

Burdamagazin 3/2016 #104:
Um herauszubekommen wie der Schnitt aufgestellt ist, habe ich versucht mir ein genaueres (Schnitt-) Bild zu machen.
In dieser Grafik die hier zu sehen ist, liegt der Modellschnitt über dem Schnitt den ich vor längerer Zeit mit Hilfe der HS24 Forumschreiberinnen durch 'Reverse Engeneering' sozusagen als Burda Grundschnitt definiert habe. Der Grundschnitt ist mit den schwarzen Linien gezeichnet und das Modell mit den roten Linien.


Die Kellerfalte im Rücken hatte ich im Vorfeld im Folienschnitt weggesteckt, dann beide Schnitte übereinandergesteckt, auf das Whiteboard gepinnt und abfotografiert.


Jetzt ihr! Was meint ihr, liegt es am Schnitt, dass das Shirt beim Tragen die Balance verliert? Wie genau wurde der Grundschnitt für das Modell manipuliert?
Immer unter der Vorraussetzung dass mein 'Burda-Grundschnitt' stimmt, ergeben sich folgende Parameter für die Schnittkonstruktion:

Das Armloch ist im oberen Bereich ins Vorderteil hineingezeichnet, und auch ein wenig im Rücken:



Die Seitennaht wurde am Unterarm um 1cm nach vorne verlegt:


Und das Halsloch ist vertieft:

Dann wurden dem Modellschnitt noch die Designelemente, Kellerfalte im Rücken und geschwungene Vo-Ku-Hi-La - Länge hinzugefügt - und das war es.

Eine Sache die ich am Schnittbild nicht verstehe ist, dass der Brustpunkt des Modells einen Tick tiefer liegt als im Grundschnitt. Woran liegt das? Was sagen die Schnittkonstruktionsexperten?


---

Bei meiner zweiten Version jedenfalls habe ich das obere Armloch kurzerhand nach (meinem!) Grundschnitt belassen und die Abnäherlage, also die Brustlinie, habe ich ebenfalls aus meinem Grundschnitt übernommen. Das Ergebnis ist auf jeden Fall besser was die Balance Schulter/Arm betrifft.




Zu meinem Shirt  in der zweiten Version gib es noch mehr zu sagen, aber das blogge ich ein andernmal, zum MMM oder so.

Was meint ihr nun zu diesem Schnitt?


Kommentare:

  1. Anonym4/16/2016

    Sieht auf jedenfall viel besser aus! Glückwunsch.
    Die kleinere Schulter: vorne sieht es aus, als sei etwas rausgekniffen worden aus dem Ausschnitt, (man nimmt meist so 0.5 cm) der Abnäher müßte sich etwas vergrößert haben. Und hinten denke ich Einhalteweite oder Abnäher abgestrichen (Ich persönlich würde diese Form immer mit einem Schulterabnäher nähen). Das Tieferlegen des Abnähers - keine Ahnung, ist ein Fehler auf jedenfall.
    lg
    heidi

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    1. Danke Heidi! :)
      Und warum macht man das mit dem Rauskneifen an der Schulter vorn? Kommt ja auch noch ein Ärmel rein und dann liegt die Naht doch nicht schön am Armansatz und kneift unter Umständen sogar?
      Hinten mit Schulterblattabnäher nähen ist sicher schlau. Sieht zwar nicht unbedingt toll aus wenn bei mir der Rundrücken genau nachgeformt wird... aber sicher würde das schon mal gegen das Verrutschen helfen.
      Was die Brustlinie betrifft die im Modellschnitt einen knappen Zentimeter tiefer liegt als im Grundschnitt - da weiß ich auch nicht. Wenn ich nicht wüsste dass die Brustlinie im Grundschnitt WIRKLICH stimmt, die hatte ich doch sogar noch nachkorrigiert, nachdem Lea mir im Forum einen Hinweis gab damals!? Andererseits glaube ich nicht, dass die Ungenauigkeit oder der Fehler bei Burda liegt.

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    2. Anonym4/16/2016

      Warum nicht bei Burda? Ich könnte mir z.B. folgendes (absurdes) Szenario vorstellen: Der Brustabnäher ist jetzt größer ((durch das Abkneifen) und es sind ja alles Standardwerte), da sagt das Programm bei so einem großen Abnäher ist der Brustpunkt nicht da sondern dort!
      Oder sie haben einen anderen Grundschnitt und dort das Nachhintenziehen schon einprogrammiert. Wo ist er denn bei deinem ersten Exemplar?
      lg
      heidi
      Ich weiß, alles sehr weit hergeholt, aber..............................

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    3. Ja, das Szenario das du beschreibst ist denkbar! :)

      Ps: Ich hätte gern noch viel mehr 'Burda-Grundschnitte'! Den Hosengrundschnitt habe ich ja schon (den Burda-Hosen-Winkel) aber ich hätte auch gern noch andere Oberteilgrundschnitte und vor allen Dingen einen Jackengrundschnitt.
      Wie toll es wäre, wenn Burda (oder auch andere Schnittmusterhersteller) bei den Schnittmustern die Konstruktionswege offen legen würden! Und wenn es nur ansatzweise wäre. Aber das Gegenteil ist der Fall. Es kommt mir vor als steuerten sie genau in die andere Richtung, so haben sie doch vor ein paar Monaten in den Anleitungsbeilagen ihrer Magazine ihre Maßsätze gekürzt, also Infos rausgenommen.

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    4. Du fragst ja auch noch wo der Brustabnäher beim ersten Exemplar ist. Also bei der ersten Version habe ich stumpf nach Script angepasst und da liegt der Brustabnäher eigentlich 'normal' solange nichts verrutscht. Die Abweichung hier beträgt ja auch nur 0,5cm.

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    5. Eine Anmerkung zum Offenlegen der Konstruktionswege:
      Ich glaube nicht, dass Burda da bewusste Geheimniskrämerei betreibt. Aber nach den ersten Konstruktionsschritten auf Papier (aufspreizen, Falten einzeichnen, Längen ändern, enger/weiter, was wegkneifen, wo man weiß, dass es sonst klafft, etc.) formen die genauso ab wie die Endkundin, nur eben an der Büste und/oder an einem Anprobemodel. All diese kleinen Änderungen aufzuzeichnen und zu erklären wäre viel zu viel Arbeit. Da könnten sie eine Vollzeitkraft abstellen, um mit den Informationen einen Blog zu betreiben. Womit ich nicht sagen will, dass nicht manches aus der Essenz der Erfahrung sehr interessant wäre.

      Dein Bedürfnis zu vergleichen kann ich zwar verstehen, aber ich möchte Dich eher bestärken, einfach an Deinen Grundschnitten weiter zu optimieren, wo nötig. Du hast doch mit den Hosengrundschnitten intuitiv genau das Richtige gemacht, und das noch auf eine höchst kreative Weise. Glaub mir, hinter den großen Kulissen kochen sie auch nur mit Wasser.

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    6. Finde es interessant was du schreibst darüber, wie wir uns die Arbeitsprozesse bei den Schnitte Machern von Burda vorstellen können. Aber irgendwie glaube ich nicht dass es SO abläuft. Ich stelle mir eher vor, dass sie die Schnitte hauptsächlich im CAD Programm erstellen bzw. abwandeln und dann nur noch die Modelle für die Fotoshootings nähen lassen!? Es ist ja eine ganze Menge was uns da Monat für Monat geboten wird, da müssen die Arbeitsabläufe rationalisiert sein. Aktuell haben sie in der Plus-Burda 2016 den Schnitt von meiner roten Jacke (die Kurzjacke dich ich hier im Blog schon öfter gezeigt habe) aus dem Magazin von 2012, 1:1 übernommen! Sie haben sogar dieselben Modelfotos wieder abgedruckt!
      Du meinst du glaubst nicht dass Burda bewusst Geheimniskrämerei betreibt? Hm... ich glaube das schon! Sie veröffentlichen schließlich keinerlei Grundschnitte.
      Dass sie hinter den vermeintlich großen Kulissen nur mit Wasser kochen, das will ich dir gerne glauben! :)
      Das Bedürfnis zu vergleichen habe ich aber ja nur weil ich mir sonst nicht zu helfen weiß. Bin keine Schnittentwicklerin. Wie könnte ich es geschickter anstellen? Ohne Hilfe kann ich mir keine so schönen Modelle entwickeln.

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    7. Irgendwie verstehe ich nicht, was du meinst dass ich versuchen soll an meinem Grundschnitt weiter zu optomieren. Mein Grundschnitt steht und ist aktuell optimal angepasst, aber hier nicht gezeigt. Ich vergleiche, weil ich halt wissen will wie Burda vom Grundschnitt zum Modellschnitt gelangt ist damit ich mit meinem eigenen Grundschnitt ähnliches machen kann!?

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  2. Interessante Frage.

    1) Dass Teile gerne nach hinten rutschen, ist ja allgemein bekannt von lockeren Oberteilen oder Kleidern, die zu wenig Brustabnäher haben. Danach sieht Deine Bluse aber nicht aus. Und ist wohl auch bei Deinem erprobten Burda-Grundschnitt nicht der Fall.

    2) Was also ist anders zwischen Deinem erprobten und dem Modellschnitt?
    a) Die um eine Winzigkeit schmalere Schulter.
    b) Die leicht nach vorne verlegte Seitennaht.
    c) Die geringfügig abweichende Schulterhöhe vorne.
    d) Der vertiefte und erweiterte Ausschnitt.
    e) Die Mehrweite an der Seitennaht.
    f) Die Kellerfalte im Rücken.
    g) Der etwas nach unten verschobene Brustabnäher (der denselben Inhalt zu haben scheint wie Dein Normalschnitt, s. Punkt 1).

    3) Ursachenforschung:
    a) und b) scheiden aus, da es sich um reine Linienveränderungen handelt.
    c) könnte sich allenfalls lokal um die Schulter auswirken, hat aber keinen Einfluss auf die Balance, schon gar nicht bei so einer kleinen Differenz.
    d) kann nicht ursächlich sein, kann aber dazu beitragen, dass der Effekt offensichtlich wird. Eine hochgeschlossene Hemdkragenbluse hat einfach weniger Möglichkeit, sich nach hinten zu schieben, was allerdings schon für einen normal halsnahen Ausschnitt nicht mehr gilt, der kann sehr wohl vorne einschneiden und hinten zu tief liegen.
    e) ist ebenfalls unwahrscheinlich, da die Zugaben gleichmäßig sind.
    f) Jetzt wird's spannend! Die Kellerfalte ist ziemlich tief, da entsteht im rückwärtigen Saum eine erhebliche Mehrweite, die nach vorne strebt. Die Saumweite will sich immer gleichmäßig verteilen. Kennen wir ja auch von Röcken. Ich nehme an, das liegt daran, dass der Kreis einfach die stabilste geometrische Form und damit das "Gleichgewichtsziel" ist.
    Was letztlich dafür verantwortlich ist, dass das Vorderteil "hoch will", weiß ich nicht. Ich denke mir aber, es ist eine Mischung aus dem zusätzlichen Stoffgewicht der tiefen Falte und einer Dreh-Hebelwirkung, die die ausweichende Weite verursacht und die durch die Steifigkeit des Stoffes im Winkel übertragen wird. (Letzteres ist reine Spekulation.)
    g) Insofern habe ich den Verdacht, dass der tiefergelegte Brustabnäher nur den Effekt der Drehung kaschiert und mit der Ursache gar nichts zu tun hat.

    Ich bin gespannt, was Andere sagen.

    Viele Grüße
    Ursula

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    1. Liebe Ursula,
      du sprichst von meinem erprobtem Burda-Grundschnitt, aber es klar, dass der Grundschnitt per Definition der Burda Grundschnitt (Gr. 44) sein soll den sie als Konstruktionsgrundlage verwenden, nicht wahr?
      Über das was du zur Kellerfalte sagst muss ich erstmal nachdenken. Ja, der Idealfall den ich mir für mich bei der Bluse vorstelle ist, dass ich nur hinten diesen sogar etwas abstehenden Schwalbenschwanz habe und dass es dagegen vorn schön lotrecht fällt. Und du überlegst nun dass dieser Idealfall dem natürlichem 'Gleichgewichtsziel' entgegen steht - interessant.
      Ach - eine Sache habe ich übrigens noch gar nicht erwähnt, nämlich dass die Kellerfalte bei meiner 2. Version zugesteppt wurde, so etwas bis zum Knick im Hohlkreuz.

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    2. (gestern war ich nicht @home und konnte nur umständlich hier kommentieren)
      Also so langsam glaube ich, auch dass die Kellerfalte wesentlich mitverantwortlich ist für den 'Verrutsch-Effekt', mal abgesehen vom weiten Ausschnitt. Wer weiß, vielleicht nähe ich mir noch eine letzte Version aus (leichter) Seide nach allen Regeln der Kunst. Ich könnte ja auch kleine Schluppe von innen einnähen die ich am BH-Träger befestige um die Lage der Schulternaht zu stabilisieren habe ich schon gedacht.

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  3. Anonym4/16/2016

    Hallo Ursula,
    e) Die Mehrweite an der Seitennaht
    e) ist ebenfalls unwahrscheinlich, da die Zugaben gleichmäßig sind.
    Hinten hat es mehr. 2/3 zu 1/3 (siehe erstes Bild)
    Das Gewicht der Kellerfalte ist schon groß und ich denke, das hier die Ursache zu suchen ist. Aber das ist bei dem 2. Schnitt ja auch der Fall. Ich denke, das kommt von mehr oder weniger zu großem (oder ausgezogenem) Ausschnitt. Um gegenzusteuern könnte man vielleicht die Faltenböden etwas anheben und den Abnäher noch etwas größer machen?
    lg
    heidi

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    1. Eine Sache die ich noch austesten könnte, wäre den Ausschnitt bei der ersten Version vernünftig einzuhalten. Ich habe ja mit dem Futter verstürzt und müsste nur aufmachen und ein Band mitfassen. Mal sehen ob ich mich dazu noch aufraffen kann.

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    2. (Mehrweite an der Seitennaht)
      Wenn man aber bedenkt, dass die Seitennaht vorverlegt wurde, dann wäre es wieder gleichmässig?

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    3. So würde ich das sehen, das gleicht sich aus, ja.

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  4. Anonym4/16/2016

    langt ja zum Test enger stecken. Dann sieht man schon
    lg
    heidi

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    1. Ja, ist klar. Das hatte ich auch schon gemacht und ehrlich gesagt erstmal noch keinen Unterschied zu vorher festgestellt. Aber trotzdem möchte ich das noch korrigieren damit alles i.O. ist.

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  5. Danke für die spannende Diskussion Immi, Heidi nd Ursula. Ich werde ein Hemd nähen wenn ich wieder da bin und dann sicher Fragen haben. Ich darf doch? Solche losen Hemden fehlen mir nämlich gerade im Koffer. Ich musste welche nachkaufen. Wir haben hier über 30 Grad.
    Schöner Gruß

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    1. Hi Mema,
      bin im Verzug mit Reiseblog lesen und wundere mich gerade über die 30°! Klar darfst du dieses Thema vertiefen wenn du wieder da bist - ich bitte darum! :-)

      Liebe Grüße
      Immi

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  6. Ich tippe auch ganz stark auf das zusätzliche Gewicht der Kellerfalte. Letztes Jahr habe ich 2 Blusen nach so einem Schnitt genäht, den ich selbst *hüstel* konstruiert habe. Die eine Bluse ist aus fluffig leichter Seide und die andere aus Leinenstoff. Bei dem "schweren" Leinenstoffmodell rutscht die Bluse nach hinten. Da das Seidenmodell so leicht ist, merke ich keinen Zug nach hinten.
    LG Martina

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    1. Hallo Martina,
      und beide Blusen hast du nach exact dem gleichen Schnitt genäht? Interessant!

      Liebe Grüße
      Immi

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  7. Anonym4/18/2016

    Beim Nähen eines Trachtenjankers, der hinten eine Kellerfalte hat, öffnet sich diese unterhalb der Schulterblätter. Dort wird sie dann mit einem genähten Riegel (oder Dreieck) quer gesichert, das das Gewicht sich dort besser verteilt (und nicht am Hals zieht). Manchmal hält auch eine Taillenriegel die Falte im Zaun.
    lg
    heidi

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    1. Guck an, ich habe bei meiner Bluse (der ersten wo die Falte nur bis zu den Schulterblättern zu ist) auch einen Riegel genäht, allerdings nur, damit es mir an der Stellte nicht ausreißt. Das ist doch wie beim Rockschlitz wo man eine Fliege stickt!?

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  8. Spanndende Diskussion. Bei Sewing by the sea habe ich einer TN beim Abstecken einer Bluse mit hintere Kellerfalte geholfen, dort war es der gleiche Effekt. Die Mehrweite im Rücken suchte den Weg nach vorn und die Bluse geriet aus der Balance - wir haben dann das Rückenteil verschmälert und alles war wieder top. Bei diesem blusenshirt kommen Mehrweite durch die Kellerfalte und das längere Stück aus dem Vokuhila Effekt zusammen - mehr Stoffgewicht im Rücken, dass ich gleichmäßig am Saum verteilen möchte oder so. LG Kuestensocke

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    1. Ja, das Stoffgewicht im Rücken ist wohl entscheidend.
      Was ich eigentlich ganz zuerst gedacht habe habe ich hier komischerweise noch gar nicht erwähnt: Mir kommt es so vor dass das Verrutschen nach Hinten am Armloch liegt. Es handelt sich ja hier ohnehin um ein maximal enges Grundschnittarmloch - und wenn man dann noch was wegnimmt oben über der Brust und durch die Seitennahtverlegung unten am Ausstisch - dann holt der Körper sich die fehlende Länge, also was er mindestens braucht doch automatisch zurück!?

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    2. Durch die Seitennahtverlegung ändert sich am Armausschnitt genau gar nichts. Und wenn Du oberhalb der Brust das Armloch kneifst, sitzt das Oberteil eher besser in der Balance (sofern sie vorher off war).
      Umgekehrt fallen Oberteile tendenziell nach hinten, wenn Du eine sogenannte Armlochauflockerung machst. In den kleinen Größen kannst Du so einen Brustabnäher wegzeichnen und gleichst hinten aus, indem Du ungefähr gleich viel an Schulterabnäher ins Armloch öffnest. Wenn Du das aber bei etwas mehr Busen erzwingen willst, hast Du ganz schnell im vorderen Armloch mehr Länge als im hinteren, und schwupps, zieht die Bluse nach hinten. Da kann man sich drüber hinwegsetzen, indem man das Ganze oversized macht und das Armloch insgesamt tief und weit ausschneidet, aber dann ist es halt ein Kittel, so wie in den 80-er und 90-er Jahren.

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    3. Küstensocke, das ist genau, was ich meinte. Ich hatte nur nicht explizit betont, dass der Gewichtsunterschied vorne/hinten das Ganze verstärkt.
      Und deswegen hatte ich eben vermutet, dass der Effekt von Burda bewusst in Kauf genommen bzw. gewollt sein könnte und sie zum Ausgleich den Brustabnäher verlegt haben. Dass die Bluse nach hinten rutscht, kann man als Effekt cool finden, einen Abnäher, der an der falschen Stelle Raum schafft, eher nicht.

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    4. Danke Dir für die Bestätigung. Man darf wohl nicht vergessen, dass Burda Schnittmuster im Minutentakt herausbringt, jeden Monat ein ganzes Heft mit Fotoshooting, nähen und allem drum und dran - ich glaube nicht, dass auf so einen eigentlich unaufwändigen Schnitt viel Zeit verwendet wird und tatsächlich Überlegungen zum SToffgewicht und seinen Folgen durch Vokuhila angestellt werden. Schließlich haben nicht alle Näherinnen den hohen Anspruch von Immi ;-) Bei den Autoherstellern und den schnellen Modellzyklen sagt man seit Jahren, dass sie das Feintuning der Modell den Kunden überlassen in dem einfach die Fehlerberichte ausgewertet werden udn die Produktion dann nach und nach die Modell verbessert - warum soll das bei Burda anders sein. LG Kuestensocke

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