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Sonntag, 1. Februar 2015

Rosenkleid



Dieses Kleid passte ich mir erstmals nach meinem zuvor erstelltem Burda Script für Oberteile an.
Mein Script ist eine Vorlage, die ich mir extra für die Schnittanpassung von Burda Modellen erarbeitete.

Die Idee ist, dass ich meine individuellen Änderungen bei Burda Schnitten auf einen Standard zurückführen kann. Um eine solche Standard-Schablone für mich persönlich zu erstellen, brauchte ich vorab einen Burda Grundschnitt in Gr. 44. Weil Burda die Grundformen nicht zur Verfügung stellt, musste ich mir meine Burda-Basis selbst ermitteln. Hilfe bekam ich im Forum bei den Hobbyschneiderinnen.

Beim Übereinanderlegen des Burda Grundschnittes in meiner Größe 44 und meiner bereits in der Vergangenheit erstellten und gut angepassten Basis, ergeben sich die 'Ränder', sprich meine Anpassungen am Modellschnitt welche ich vorzunehmen habe.
So habe ich auch hier am Schnitt des Kleides (Burda #109 9/2012) die blauen und roten Bereiche markiert. Blau markiert ist der Bereich der angefügt wurde und rot wurde später dann noch abgeschnitten.


Die Anpassung des Ärmels nahm ich ebenfalls bereits vor der ersten Anprobe am Schnitt vor.
Da mein Armloch ja verändert wurde, musste ich auch den Ärmel anpassen.
Wenn andernorts im Näh-Web von der Oberteil-Schwäche die Rede ist, dann kann ich in meinem Fall von einer Ärmel-Schwäche sprechen oder gar von einer Ärmel-Angst.
Hier hat es zum Glück dann aber doch hingehauen, irgendwie. Im Steuerbüro heisst es ja immer 'Hoch lebe das Vorjahr' - ungfähr das war auch mein Motto bei der Ärmelanapassung, denn ich  habe mich letztlich an der Ärmelanlage des Originals orientiert.



Der Stoff des Kleides ist ein Jersey aus meinem Vorrat. Um im Oberteil nicht die Form zu verlieren, habe ich Einlage aufgebügelt. Rascheleinlage heisst solche gewirkte Bügeleinlage glaube ich!?


Als bekennender Silikonband-Fetischist habe ich alle Nähte, Kanten und Säume damit versehen. Ich liebe dieses Band, weil es den Jersey stabilisiert aber die Elastiziät voll erhalten bleibt.


Diese Sache mit dem Burda-Script finde ich für mich persönlich toll, ein Meilenstein in meiner Hobbyschneiderei sozusagen. Hatte ich doch früher bei der Durchsicht der Burda Magazine oft resigniert gedacht, wie schwierig die  Modelle wohl für mich anzupassen wären. Mit dem Script wird das jetzt wesentlich vereinfacht.

Hoffnung besteht also, dass ich in Zukunft öfters einen Post für euch habe, mit dem ich Selbsgenähtes vorzeige!

Bis dahin!

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch. Gruß Mema

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    1. So, jetzt habe ich doch etwas mehr Zeit.
      Liebe Immi, ich habe dein Projekt sehr interessiert verfolgt und freue mich, dass du so einen Erfolg hattest. Jetzt bin ich gespannt, welche Schnitte sich mit diesem System anpassen lassen.
      Schöne Woche Mema

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    2. Dankeschön! Bin auch gespannt, wo die Möglichkeiten und Grenzen bei dem System liegen.
      Zu diesem 60er Kleid passt übrigens am Besten eine lange Jacke. Zeit für einen neuen Nina-Cardi. ;-)

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    3. ...oder die Harper Jacke. Ich hatte am Freitag gerade einen Rosenstoff bestellt um auch ein schmales Shirtkleid zu nähen. Dein Vorbild ermutigt mich. Das mit dem Aufbügeln der Einlage werde ich dir nachmachen. Danke für diese Idee.
      Gruß Mema

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  2. Immer her mit deinem Selbstgenähten.
    Sehr süß ist dein Kleid geworden. Verzeih, dass ich süß sage, aber das kam mir als erstes in den Sinn. Das ist das Schwanenkleid, nicht? Ich mag ja diesen einfachen Sechzigerschnitt sehr, besonders zu Stiefeln.
    Eine komplette Unterlegung des Oberteils mit Einlage, um, ich nehme an, dünneren Jersey zu stabilisieren, muß ich mir merken. Könnte eine Lösung für mich sein, denn bei Kleidern aus dünnem Jersey ohne Futter habe ich oft ein Nachthemdgefühl.
    LG von Susanne

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    1. Ja genau - das ist das Schwanenkleid! Du hast dir ja unlängst auch so ein Basis Kleid genäht, da habe ich noch mehr Lust drauf bekommen. Jerseykleider gehen bei mir übrigens gar nicht ohne Unterkleid, ob aus Futter oder 'Gummi' - bin ja nicht so eine Elfe wie du. ;-)

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  3. Ein tolles Kleid, es steht Dir wunderbar! Deine Ärmelangst kann ich nachvollziehen, mir geht es auch oft so. Bei Deinem Script sieht man, dass Du in etwa soviel abschneidest wie hinzufügst, von daher passt der original-Ärmel auch.
    Hast Du schon mal ausprobiert, ob das Script auch bei der Plusgröße 44 passt?
    Liebe Grüße
    Ilse

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    1. Vielen Dank!
      Wie man einen Ärmel an ein verändertes Armloch anpasst, das ist für mich immer noch nicht so richtig geklärt. Demnächst werde ich endlich einen Müller Ärmel konstruieren. Hab da Unterlagen bekommen die ich zugrundelegen werde. ;-)
      Genau die Frage bzgl. der Plusgröße 44 hatten wir im Forum auch. Jemand hat deshalb irgendwann mal extra bei Burda nachgefragt und die Antwort bekommen dass die Plusgrößen auf den gleichen Grundschnitten basieren wie die normalen Größen, d.h. sie sind stumpf hochgradiert.

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  4. Das Kleid steht dir wunderbar! Wenn die Anpassung der Burda-Schnitte jetzt so gut funktioniert, kannst du dir viel Arbeit sparen. Es macht einfach mehr Spaß zu nähen, wenn man weiß, dass das Resultat stimmt.
    Zur Einlage habe ich noch eine Frage: Merkt man den Übergang zwischen dem stabilisiertem Stoff und dem einfachen Stoff nicht?
    LG
    Susanne

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    1. Danke Susanne! Ja, das stimmt mti dem Arbeit sparen. Zu meinen mir bereits bekannten Passformproblemen ist jetzt neu dazugekommen das Problem im Schulter/Arm Bereich. Mein leicht grundeter Rücken sorgt für Blance-Probleme und es ist wirklich supergut, wenn ich das im Vorfeld schon am Schnitt korrigieren kann.
      Den Übergang bei der Einlage merkt man hier bei meinem Stoff gar nicht. Weder optisch noch haptisch. Der Jersey ist zwar dünn aber irgendwie noch bedruckt und beflockt und so.

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  5. Was für ein tolles Kleid, zusammen mit den Stiefeln ein ganz wundervolles Outift. ich finde Dein system der Schnittanpassung genial und verfolge gespannt welche schönen Teile Dir damit gelingen. Als bekennender Wiederholungstäter bei Schnitten wäre das vielleicht auch etwas für mich, aber die ganze Mühe scheue ich doch irgendwie. Na mal sehen, wenn mein Nähziel "Blazer und Mantel" erstmal genommen ist, kann ich mich an die Feinarbeit machen. bis dahin lerne ich erstmal die Teile nähtechnisch korrekt zu verarbeiten.
    Dein Rosenkleid jedenfalls ist wundervoll. Ich mag die leicht ausgestellten Ärmel, finde die für mich aber immer zu kalt. LG Kuestensocke

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    1. Danke!
      Ich guck immer bei dir, weil ich schon vor einer Weile dort von deinem Nähziel 'Blazer und Mantel' las. ;-) Auf das System für meine Burda-Schnittananpassungen bin ich überhaupt erst gekommen, weil ich bei HS24 eine Jackenprobe vorgestellt hatte, mit der ich wieder mal nicht zufrieden war. Die Forums-Frauen dort meinten dann, dass ich es doch eigentlich generell mit Oberteilen (auch Jacken) genauso machen könnte wie mit den Hosen... und so kam das dann. Aber du hast schon Recht, ich kann gut verstehen, dass kaum einer Lust hat, sich soviel Mühe im Vorfeld mit einem 'System' zu machen. NIcht umsonst bin ich so neidisch auf deine Produktivität im Nähen. Wir werden sehen, ob es am Ende wirklich effektiv und lohnend war.
      Liebe Grüße
      Immi

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  6. Dein System scheint gut zu funktionieren - das Kleid passt und steht dir hervorragend. Ich freue mich schon auf die nächsten Exemplare und weitere Erfahrungen.
    LG Yvonne

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    1. Danke!
      Freue mich auch auf weitere Exemplare! Meine Geduld bzgl. Schnitte konstruieren, probieren und anpassen ist jetzt wirklich aufgebraucht.

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  7. Ein ganz interessantes System! Das werde ich sicher ausprobieren. Ich habe das auch schon bei Deinen Hosen mit Spannung verfolgt - leider klappte immer das Kommentieren nicht. Ich hoffe es funktioniert jetzt!
    LG Birgit/fadori

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    1. Es würde mich sehr freuen, wenn es mir jemand gleich täte. Das wäre dann eine Art Verifizierung meiner Arbeit. ;)
      Aber Mühe macht das im Vorfeld schon. Es geht ja drum die eigenen üblichen Änderungen für die Schnitte einer bestimmten Schnittmusterfirma herauszuarbeiten. Erste Voraussetzung - für Hosen z.B. auch - ist ein passender Grundschnitt. Mit Hilfe des ersten Grundschnitts der wie auch immer herausgearbeitet wurde, kann man sich dann einen Burda Hosen(grund)schnitt anpassen. Und im 3. Schritt erstellt man das Script anhand des Verlgeichs Original und Änderung.
      Viel Erfolg! :-)

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