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Sonntag, 13. Dezember 2015

Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 3 - Wasserfallkragen


Hefte raus: Klassenarbeit!

Das Thema heute lautet: Unabhängiger werden von Schnittmustern - Konstruktion eines Wasserfallausschnittes.


Mema, mit der ich gemeinsam eine Postserie über das Selbermachen von Schnittmustern schreibe, hat ihren Part bereits hier veröffentlicht. Sie hat sich ein wunderschönes Kleid mit Wasserfallkragen konstruiert und genäht  und dazu das Prinzip des Aufspreizens im Papierschnitt erklärt.


Hier bei mir gibt es heute eine  Anleitung zur Konstruktion einen Ausschnittes mit Wasserfall und Kapuze.
Die Grundlage für meinen Schnitt ist das 'Lydia' Shirt in Größe 38, welches ich mir für einen 1$ bei burdastyle.com heruntergeladen habe.
Wer Lust hat diese Konstruktion nachzumachen, kann natürlich auch eine andere Jersey-Shrit Basis verwenden (siehe: Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 1 - Grundschnitte)

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich meine Konstruktion selbst zusammengeschustert habe. Hier im Netz sah ich ein Schnittbild und ich bekam spontan Lust mir soetwas nachzukonstruieren. Das was ich hier nun vorzeige, ist Hobbyschneiderinnen-Kram. Gerne nehme ich Verbesserungsvorschläge entgegen oder Hinweise auf Ungereimtheiten.

Wir starten mit der Konstruktion der Kapuze:
Die roten gestrichelten Linien in der Zeichnung sind Hilfslinien. Die erste Hilfslinie zeichne ich im rechten Winkel zur Vorderen Mitte durch den äußeren Schulterpunkt. Von dieser Linie messe ich die (gwünschte!) Höhe meiner Kapuze nach oben. Bei mir sind das 36cm.
 Die zweite Hilfslinie ist eine Tagente die ebenfalls durch den äußeren Schulterpunkt verläuft und durch den Punkt der hinteren Mitte der Kapuzennaht.
Wie ermitteln wie diesen Punkt der hinteren Mitte der Kapuzennaht?  DAS ist ehrlich gesagt für mich der schwierigste Part hier in der Konstruktion. Die Schräge der Naht mit der die Kapuze an das hintere Halsloch gebracht wird habe ich geschätzt und die Lage und Länge des Abnhähers (hier 7cm) ebenso. Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich wie genau man hier die nötigen Parameter ableiten kann???
Nun gilt es nur noch die Kapuze schön in der Form auszuzeichnen. Dort wo ich in der Zeichnung die Geodreiecke eingefügt habe, sollte unbedingt ein rechter Winkel sein. Oben an der Kapuze hätten wir sonst z.B. später eine kleine Spitze/Tüte.

Im nächsten Schritt zeichnen wir jetzt noch unseren 'Wasserfall' dran - und schon sind wir fertig. ;-)

Sehr wichtig hier ist der rechte Winkel zur vorderen Mitte unten in der Taillennaht. Dies ist ein neuralgischer Punkt wie ich später beim Probenähen festellen musste. Allzuleicht zieht die Naht an dieser Stelle hoch oder ist nicht gerade im Verlauf. Eine Sache die ich beim Nähen des Shirts auf jeden Fall bei der Anprobe noch mal checken würde, denn ich glaube der Verlauf der Naht an dieser Stelle hängt auch viel vom Stoff bzw. vom Fall des Ausschnittes ab.

Zu guter Letzt noch der Ärmel. Man kann einen kurzen oder einen längeren Ärmel machen. Für meine  Probe mit dem kurzen Ärmel habe ich so gekürzt wie hier in der Grafik zu sehen:
Hat das hier denn jetzt jemand verstanden? Ich hoffe es sehr!

Hier nun noch Fotos meiner Probeshirts die ich nähte.

Dieses bunte Jerseyteil habe ich als Wendepullover genäht. Ich kann die Krawattenmusterseite außen haben oder die braune:





Recht hübsch fände ich es auch als Zweiteiler/Kleid mit einem Bündchen in der Taille? 

Mein Problem mit diesen Proben ist nur dass sie in Größe 38 genäht sind und dass bei meinen persönnlichen Proportionen wieder alles ganz anders aussehen wird. Übrigens werden Mema und ich im 4. Teil unserer Schitte-Post-Serie genau diese Sache behandeln. Ich werde bei der Gelegenheit zeigen wie ich mir meine potentiellen Modelle vorab digital anprobiere, um die Proportionen zu checken beispielsweise.

Und ganz abgesehen davon, dass ich die Proben nicht in meiner Größe genäht habe, können sie mir auch gar nicht passen weil sie Mini sind, anprobiert an einer 1/3 Minitaturbüste. :-)


Schon sehr lange hatte ich den Wunsch nach einer Miniaturbüste, damit ich einfache Sachen mit Stoffresten ausprobieren kann. Auf Twitter diskutierten wir auch ein wenig über Wasserfallkragen und da kam mein Wunsch wieder an die Oberfläche. Ich hatte überlegt ob ich mir nicht auch mit meiner Puppe hier helfen könnte...


... aber diese Minitaurbüste, die wirklich die original Hohensteinmaße hat, ist doch sehr viel praktikabler (und teurer!). Und man kann unglaublich tolle Sachen damit machen: Seht mal das Video auf dieser Seite:

  LE PETIT THÉÂTRE DIOR - MISS DIOR KLEID



Um jetzt noch einmal zurück zum Thema zu kommen: Hier auf Pinterest habe ich ein paar Links gesammelt zur Konstruktion von Wasserfallkragen. Dort gibt es auch noch Beispiele wie man diese Art Drapierungen durch Aufspreizen im Schnitt herstellen kann:

https://www.pinterest.com/immimeyer/cowl-neck/

Bis dann also, wenn es im letzten Teil um das Thema geht:

Wie baut man sich ein persönliches Papiermodell und was kann man damit machen. (Sketch-Books)

Liebe Grüße
Immi

Sonntag, 15. November 2015

Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 2 – Abnähermanipulation


Vom Grundschnitt zum Modellschnitt


Dieser Post ist Bestandteil einer Serie die in Zusammenarbeit mit Mema ensteht:  Hier im 2.Teil von 'Unabhängiger werden von Schnittmustern' geht es um Abnähermanipulation am Beispiel eines Rocks.


Mema hatte vor 1 Woche ihren Post zum 2.Teil veröffentlicht, in dem sie sehr gut verständlich erklärte, was genau eigentlich unter Abnähermanipulation zu verstehen ist. Sie zeigt wie sie  ihren Basisrockschnitt durch Abnähervelegung veränderte und  einen neuen Rock danach nähte.
Hier nachzulesen: 


Hier gibt es nun eine  beispielhafte Anleitung wie man einen klassischen Jeansrock konstruiert, allein durch Zulegen der Abnäher im Rockgrundschnitt.

Wer möchte kann sich meinen Schnitt maßstabsgerecht in Miniatur (DINA4) ausdrucken und probieren die Konstruktion des Jeans Rocks nachzumachen. Die Links  zum Download finden sich unter den Schnittbildern.

Mein verwendeter Grundschnitt (siehe Teil 1 der Aktion: Grundschnitte) hat zwei Taillenabnäher vorn und nur einen hinten - es ist ein vom Pattern Maker Programm erstellter Grundschnitt nach meinen persönlichen Maßen, den ich mir im Vorfeld anpasste.

 Download DINA4 (1:300): Vorderrock, Hinterrock

Und so sieht mein Modellschnitt aus, den ich mir aus dem Grundschnitt umwandelte. Durch Zulegen der Abnäher habe ich ein Formbündchen erhalten und im Hinterrock die Passe.

Download DINA4 (1:300): Vorderrock, Hinterrock



Jetzt geht es an das Erstellen des Formbunds. Genau wie hier beim Rock mache ich es auch regelmäßig bei meinen Hosen - zuletzt bei der Jeanshose die ich mir nähte. Ohne Formbund geht bei mir gar nichts.
Mein Formbund soll 6cm breit werden. Das ist recht viel und natürlich kann man die Breite nach den eigenen Vorlieben selbst bestimmen.
Ich messe also die 6cm vom oberen Taillenrand ab und markiere mir die Linie an der ich mein Bund abschneide. Und auch die Abnäher werden herausgeschnitten. Dann lege ich die Schnittkanten der Abnäher aneinander und zeichne die Rundung des Bundes schön neu aus. Fertig ist der Formbund!

Download DINA4 (vergrößert): Bund v. Vorderrockgrundschnitt


 



Genauso wie mit dem abgetrennten Bund, mache ich es nun auch mit dem Rockteil darunter. Die Restabnäher werden wieder herausgeschnitten und zugelegt.
Für diesen Vorgang zeichne ich wieder Abtrennlinien ein, die jeweils von den Mitten abgewinkelt werden, auf Höhe der Endpunkte der Abnäherspitzen. Im Vorderrock sind das zwei Linien und im Hinterrock ist es eine. Hier wird der Schnitt durchgeschnitten. Wenn ich nun die Abnäherinhalte herauschneide und die Schnittkanten aneinanderlege, rotiert der äußere Teil nach oben/ innen. So eentsteht ein sogenannter Fehlbetrag (im Schnittbild die schraffierten Flächen).


Dieser Fehlbetrag darf nicht im Schnitt verbleiben. Ich will aber an der Stelle an der er entsteht auch keine Abnäher nähen. Also verlege ich den Betrag (unten im Bild die gelb markierten Flächen) an die obere Kanten.


Im Vorderrock wird der Betrag an der oberen Kante abgetragen. Er wird sozusagen in die Naht von Formbündchen und Rock gelegt. (Hier in meinem Beispiel ist der Betrag nicht 100% identisch nach Schnitt sondern so wie er korrigiert nach der Anprobe verblieben ist. Auch der Hüftbogen ist nach der Anprobe noch etwas abgeflacht worden.)

Im hinteren Rock habe ich den Verlauf meiner Passennaht eingezeichnet, und den Fehlbetrag dann in die Naht unterhalb der Passe verlegt, so wie hier im Bild eingezeichnet. Für die Form meines Passenteils habe ich übrigens beim Ginger-Hosenschnitt abgeguckt.




Nun hoffe ich sehr, dass ich den Prozess der Schnittumgestaltung verständlich erklären konnte.

Hier nocheinmal das Schnittbild des fertigen Jeansrocks. Die Seitennaht des ursprünglichen Grundschnittes wurde zum Saum hin noch ein wenig eingestellt. Die Form der hinteren Gesäßtasche habe ich von einer gekauften Jeans abgenommen (die 'Ginger-Taschen waren viel zu gross!) und der Verlauf der Hüftpasse ist wieder derselbe wie bei der Ginger-Hose.

Download DINA4 (1:300): Vorderrock, Hinterrock


Es ist wirklich keine grosse Sache so einen Rockgrundschnitt zu einem Modellschnitt umzugestalten.

Diesen Prozess in einem Blogpost anschaulich mit Bildern zu erklären war für mich aber doch viel, viel aufwändiger als ich im Vorhinein dachte. Deshalb habe ich es bis dato nicht geschafft mir meinen Jeansrock auch zu nähen und kann an dieser Stelle nur die Proben zeigen.


Zu guter letzt noch ein paar Test-Fotos, was ich zu dem Rock später tragen könnte. Der Wickelteil-Schnitt passt eventuell ganz gut. Meine Jeansjacke im Prinzip auch, wobei ich finde die Längenproportionen stimmen dann nicht gut. Kürzere Oberteile kann ich generell nicht gut tragen, also müsste ich unter der Jeansjacke noch etwas längeres drunter tragen. Vielleicht ein Hemd?



Was auch immer ich später zu meinem Rock tragen werde - ich fürchte ich muss seine Fertigstellung fürs erste verschieben, denn Mema und ich planen in 14 Tagen schon den 3.Teil unserer Serie: 'Unabhängiger werden von Schnittmustern' zu veröffentichen.

Ende November wird unser Thema sein: 

Modellkonstruktion aus dem Grundschnitt am Beispiel eines Kleides mit Wasserfallausschnitt

Bis dahin...

Immi

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Denim + Basics

Meine Denim Kollektion ist inzwischen erweitert um eine Stretchjeans.




Dazu trage ich heute Basics. Dieses Unterhemd ist genäht aus dem Romanit von der rote Faden. Es liegt sehr schön eng an beim Tragen, und wirkt somit ein wenig wie ein Bodyformer.


Über dem Hemd trage ich einen Pulli aus dem gleichen Material, nach einem Schnitt aus der aktuellen November Burda (11/2015 #111). (Der Pulli passt eigentlich recht gut, aber hier auf dem Foto ist wieder mal alles total verrutscht. )


Zu guter Letzt noch meine Jeans Jacke drüber und fertig ist. :)


Am kommenden Wochenende geben sie uns erstmal die geklaute Stunde wieder zurück - aber doch sind wir mittlerweile wieder in der dunklen Jahreszeit angekommen und es wird wieder zunehmend schwieriger mit den Fotos für den MMM.

Mal sehen wie ihr anderen das hinbekommen habt:

Dienstag, 6. Oktober 2015

Meine Grundschnitte und wie ich sie mir anpasse


Dies ist der Schrank mit meinen aufgehobenen Grundschnittproben und Ordnern etc.


Ich habe mir in den letzten 2 Jahren vor allem einige Hosenproben fertig angepasst, einen normalen Kleidergrundschnitt (Bodice und Rock), und einen Grundschnitt für ein Kleid mit Fledermausärmeln.
Aus Spaß habe ich mal einige Proben aus meiner 'Kollektion' übereinander gezogen  und ein Foto für euch  gemacht.


Für meine Proben habe ich eine große Rolle weißen Stoffes auf Vorrat. Ich markiere mit auswaschbaren Filzstiften und hefte die Proben nicht zusammen, sondern stecke sie nur mit Sicherheitsnadeln.


Weil ich leider talentfrei bin was das Abstecken am Körper betrifft und auch keine große Lust zum Messen und Rechnen habe, entwickelte ich mir mit der Zeit meine eigenen Methode des Schnittanpassens. Ich achte bei der Schnittaufstellung auf einen guten Maßsatz der im Vorfeld auch auf die wichtigen Balancemaße geprüft ist - bei der weiteren Anpassung meines Schnittes messe ich dann aber gar nichts mehr.  Stattdessen arbeite mich mit Fotos und markiere mir horizontale und vertiklae Linien die ich dann zu begradigen versuche. Ich stecke den Stoff so dass die Linien gerade werden und übertrage das auf den Papierschnitt. Wenn mir etwas besonders schwierig erscheint (Rücken, Hosen) dann skaliere ich mir die 3D-Linien des Fotos sogar auf Echtgröße und ändere den Papierschnitt anhand eines Ausdrucks.


Ein weiteres Thema von dem ich in diesem Zusammenhang berichten möchte, ist meine  Schnittanpassung von (Burda-) Fertigschnitten  nach Vorlage. Dazu aber später mehr in einem extra Post.

Dienstag, 29. September 2015

Unabhängiger werden von Schnittmustern Teil 1 - Grundschnitte



Grundschnitt
    
Was ist das?

Einen passenden Grundschnitt zu besitzen ist für die Hobbyschneiderinnen häufig ein heißer Wunsch. Besonders dann, wenn sie keine Norm-Figur haben und bei vorgefertigten Schnittmustern viel anpassen müssen.

Der Ur-Grundschnitt ist die zweidimensionale Abbildung des eigentlich dreidimensionalen Körpers. Wenn er auf Stoff übertragen wird, dann passt er exact ohne weitere Anpassungen. Allerdings ist er nicht tragbar. In ihm kann sich nicht bewegt werden. Sowohl im englischen als auch im deutschen gibt es keinen extra Begriff für so eine Moulage - weshalb wir hier auf das französische Wort ausweichen. Ein alter Ausdruck aus dem Schneidergewerbe ist Futtertaille.

Für ein einigermaßen bequemes Kleidungsstück wird Zugabe erforderlich; einige Zentimeter Stoff an unterschiedlichen Stellen, die die Bewegung des Körpers erlauben. Der Fachausdruck dieses 'Mehr' ist  Bewegungszugabe (englisch: functional ease). Leicht vorstellbar ist das, wenn man sich vor Augen führt, dass der Bauchumfang beim Sitzen wächst und dass mehr Stoff unter der Achsel benötigt wird, wenn man den Arm über den Kopf heben will. Eine Moulage plus Bewegungszugabe ist dann der eigentliche Grundschnitt (englisch: sloper, basic block) der als Basis für viele verschiedene Modellschnitte dient.

Allein durch die  Verlegung der Abnäher lassen sich die unterschiedlichsten Designs gestalten. Häufig wird zu gestalterischen Zwecken aber auch Stoff hinzugefügt. Hier kommt also eine weitere Zugabe ins Spiel: Die Designzugabe (englisch: design ease). Aus dem engen Rockgrundschnitt wird durch Zugabe von etwas mehr Stoff ein A-Linien Rock oder durch Zugabe von ganz viel Stoff ein Tellerrock. Der Modellschnitt ist entstanden. Einen schönen Überblick über diese Zugaben und ihre Funktion findet ihr hier bei 'Professor Nadelkissen'.

Wie kommt man zu einem Grundschnitt?

Wir kennen grundsätzlich zwei Wege für die systematische Erstellung eines Grundschnittes: Das Modellieren (draping) oder die Schnittkonstruktion n. Maß auf dem Papier (pattern making).
Beide Techniken greifen in der Praxis allerdings ineinander. Wer einen Schnitt am Körper modelliert (absteckt) wird ihn anschließend auf Papier übertragen wollen, und umgekehrt wird ein auf der Fläche  entworfener Schnitt immer noch durch Abstecken am Körper angepasst werden müssen.

Das Draping wollen wir in unserem Thema 'Unabhängiger werden von Schnittmustern' nicht eingehender behandeln. An dieser Stelle dennoch ein Beispiel-Link zur Veranschaulichung: university of fashion-draping

Für die Schnittkonstruktion nach Maß gibt es weltweit sehr viele verschiedene Lehrsysteme.
  • Wer gerne aus Büchern lernt und die Deutsche Sprache bevorzugt, dem empfehlen wir:  
          Hofenbitzer, Bekleidung Schnittkonstruktion für Damenmode

          Gilewska, Schnittkonstruktion in der Mode
  • Online gibt es bislang keine deutschsprachigen Kurse. Aber die englischsprachigen Craftsy Kurse sind auch bei mittleren Sprachkenntnissen sehr zu      empfehlen, so wie beispielsweise das Angebot von 
          Suzy Furrer
  • Und man kann sich helfen lassen! So kann man sich beispielsweise in einem Schneideratelier einen Grundschnitt erstellen lassen. Das Atelier ist dann oft auch behilflich bei der Anpassung. Ein großer Vorteil!

  • Eine weitere Möglichkeit sind Konfektions-Grundschnitte von Schnittmusterfirmen: So bieten beispielsweise Vogue  Pattern, Butterick und McCalls Basis-Grundschnitte (Fitting  Shell  pattern) an,  und leiten dazu an, diese indivuduell anzupassen.

    Keinen passablen Grundschnitt bekommt man in der Regel bei diesen Onlineschnittmanufakturen. Das Internet ist voll von unzufriedenen Kundinnen. Je weniger persönliche Messdaten als Grundlage für den Schnitt benötigt werden, umso mehr orientiert sich die Software an üblichen Durchschnitten, und umso unbefriedigender das Ergebnis für die individuelle Figur.
    In diesem Zusammenhang sei aber noch das Angebot des Pattern Maker Programms erwähnt. Pattern Maker ist eigentlich eine Schnittmustersoftware für kleine und mittlere Hersteller Firmen. Mir ihr kann sich aber auch die Hobbyschneiderin kostenlos (!) einen persönlichen Grundschnitt nach Maß erstellen lassen. (europäische Seiteamerikanische Seite
    Geht es auch einfacher?
    • Wenn man sich schon mal ein engeres Kleid genäht hat (wenig Bewegungszugabe!) dann hat man einen 'versteckten' Grundschnitt. Um auf den klassischen Grundschnitt zurückzuführen, braucht es dann oft nur noch wenig; das Anzeichnen des engeren Halslochs, oder die Verkleinerung des erweiterten Armlochs z.B..
    • Und wer einen gut sitzenden Bleistiftrockschnitt hat, der hat die perfekte Basis um daraus viele Rockformen zu entwickeln.
    • Für einen Hosengrundschnitt empfiehlt es sich eine vorhandene gut sitzende Hose auseinander zu schneiden um den Schnitt abzunehmen. Hier spart man sich alle Arbeitsschritte der Konstruktion und hat die erste Anprobe sozusagen auch schon fertig. 
    Gekaufte Schnittmuster und der persönliche Grundschnitt. Was ist damit?

    Alle Schnittmusterfirmen haben als Grundlage für ihre Schnitte eine Musterfigur mit festgelegten Körpermassen, Längenmaßen und Umfängen und einer definierten BH Körbchengröße. Die Maße für jede Kleidungsgröße findet man in den jeweiligen Maßtabellen. Die befinden sich in der Regel auf den Internetseiten und häufig auch noch mal auf den Schnittmusterunterlagen aus Papier. Die Maße in den Tabellen entsprechen den Modellmaßen ohne Zugaben. Die drei großen amerikanischen Schnittmusterverlage und manche der Kleinen vermerken auf den Schnittmustern dann noch die tatsächlichen Maße (incl. Bewegungs- und Designzugaben). Das ist ein hilfreicher Service. Aber immer wieder auch die Ursache für Ärger, wenn die Designerzugabe z.B. nicht den Vorstellungen der Kundin entspricht oder das Modell (Zeichnung oder Photo) in die Irre führt. die drei großen amerikanischen Schnittmusterfirmen und Burda unterscheiden sich in ihren Maßtabellen nicht sehr.

    Ganz anders ist das bei den unabhängigen kleinen Schnittmusterverlagen. Die finden ihre Nischen genau in dieser Abgrenzung. Da gibt es Schnittmuster für typische Birnenformen oder solche für Frauen mit größeren Brüsten als einem B-Körbchen.

    Ein Grundschnitt? Mehrere Grundschnitte???

    Schon weit kommt man mit drei Grundschnitten: Einem Oberteilgrundschnitt mit passendem Ärmel, einem Rockgrundschnitt und einem Hosengrundschnitt. Oberteil- und Rockgrundschnitt zusammengefügt ergeben ein Kleid. Sinnvoll ist es auch, diese Grundschnitte nicht nur für Webstoff, sondern ebenfalls für Jersey bzw. Stretch anzupassen. Notwendig ist das denn Strick- und Webstoffe haben unterschiedlichen Eigenschaften. Für Strickstoffe wird in der Regel viel weniger Bewegungszugabe benötigt und manche Abnäher sind überflüssig denn der Stoff passt sich dem Körper besser an.

    Gute Grundschnitte sind allerdings noch keine Garantie für den perfekten Sitz. Jeder Stoff verhält sich anders. Alle Stoffe sind mehr oder weniger flexibel in der Fläche. Das hängt mit den verwendeten Fasern und der Web- bzw. Wirkart zusammen.

    Immer wird es eine Feinanpassung bei der Anprobe des fast fertigen Kleidungstücks geben müssen.

    Und wie geht es weiter?

    Wir Mema und Immi haben beide in den letzten Jahren Grundschnitte konstruiert und daraus Kleidungsstücke entwickelt. Und wir haben die Grundschnitte auch als Referenzobjekte für die Anpassung beim Nähen nach kommerziellen Schnittmustern genützt. Ein gut sitzender Ärmel und das dazu passende Armloch z.B. können gegebenenfalls einfach übertragen werden.

    In den nächsten Monaten wollen wir zeigen wie wir das gemacht haben. Und wir hoffen auf eure Beteiligung damit wir uns austauschen können.
    Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr einen Grundschnitt für euch aufgestellt und damit gearbeitet? Nützt ihr passende Schnittmuster oder Teile davon um Schnitte anzupassen? Wir sind sehr gespannt auf eure Beiträge!

    Bitte gebt uns per Kommentarfunktion kurz Bescheid wenn ihr etwas zum Thema gebloggt habt. Mema und ich werden alle Links sammeln und listen.



    Blogposts zum Thema Grundschnitte:

    http://miniextravaganz.blogspot.de/search/label/Basisschnitt


    http://www.von-mema.de/2015/10/05/meine-erfahrungen-mit-grundschnitten/


    http://immi-meyer-naehblog.blogspot.de/2015/10/meine-grundschnitte-und-wie-ich-sie.html


    http://www.crafteln.de/2015/10/unabhangiger-werden-von-schnittmustern.html

    Mittwoch, 9. September 2015

    Jeans Kleid - Klappe die zweite


    Me-Made-Mittwoch - wieder einmal! Weil ich ein paar Tage Kurzurlaub habe, ist das heute die Gelegenheit für mich ganz entspannt ein paar Fotos von meinem Jeanskleid mit Jacke (und Schuhen!) zu machen.

    Neulich in meinem ersten Post zum Kleid erzählte ich ja bereits davon, dass zur Zeit unsere Bahnunterführung von einer  Künstlerin mit Motiven aus dem Ort bemalt wird. Inzwischen fließt die Weser bereits den Gang der Unterführung herunter und wird von einem Frachter befahren - ich bin  heute am MMM sogar live im kreativen Prozess dabei! ;)


    Auf meinem Fußweg zur Bahnunterführung traf ich noch meinen netten Nachbarn, der ebenfalls gerade am Pinseln war.  Wir unterhielten uns eine Weile über dies und das. :-)


    Jaaa - o.k ... jetzt muss ich wohl mal meine Fotos vom Kleid zeigen, auch wenn sie keine Kunst darstellen mit der ich meinen Blog schmücken könnte.

    Während ich vormals die Saumkante der Ärmel und der Länge als fransende Schnittkante beließ, habe ich nun etwas ordentlichere Abschlüsse genäht, wobei ich die fertige Webkante meiner Stoffbahn verwendete.


    Nach langem Überlegen und hin- und her probieren entschloss ich mich für die kurze Jacke die auch noch nähte, die Webkante in der Ärmelnaht mitzufassen.


    Den Kragen den ich eigentlich vorhatte an zu nähen habe ich kurzerhand weggelassen Wobei ich nun überlege ihn (ohne weißen Rand) extra zu nähen zum dran- und abknöpfen.


    Und jetzt bin ich gespannt! Was sagt ihr zu meinen gepimpten Schuhen? Soviel Kreativität ist für mich ja eigentlich ungewöhnlich, aber ich konnte es nicht lassen die Fransen-Webkante auch noch am Schaft der Schuhe anzusetzen. Lass ich das oder mache ich es wieder ab - wie auch immer, es ist nur anstaffiert und mühelos wieder zu entfernen:



    Von dem Denim habe ich noch mehr. Blau ist eigentlich nicht meine Farbe aber ich dachte ich brauche einfach Abwechslung in meiner Farbpalette und muss weg von dem ewigen Braun. Schätze ich werde im Rahmen der Schnitte-Aktion 'Unabhängier werden v. Schnittmustern' auf jeden Fall noch einen Jeans Rock machen. Später womöglich auch noch eine Hose. Sehr gern würde ich die 'Ginger' probieren.

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    Heute sind tolle Sachen beim MMM dabei, wie ich finde - allen voran das Kreativ-Projekt von Elle! Es macht richtig Spaß zu gucken, was ihr alles so fabriziert habt! :-)